ENERGIEKONZEPTE...
...DIE BAFA-VOR-ORT-BERATUNG

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Grafik: Energieeffizienzklassen Beleuchtung

Energiekonzepte verfolgen unterschiedliche Zielszenarien unserer künftigen Energieversorgung. In den nächsten Jahrzehneten wird uns die anstehende Rohstoffknappheit dazu zwingen, den Primärenergiebedarf drastisch zu reduzieren. Nicht nur die ständig steigenden Rohstoffpreise machen Sorge, auch das vorgegebene Reduktionsziel der CO2-Emissionen wird wohl nicht so schnell erreicht werden.
Gerade aber im Gebäudebestand steckt enormes Einsparpotenzial und kann einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Klimaschutzziele nicht aus den Augen zu verlieren. Hier möchten wir den Hausbesitzer bei seiner Planung unterstützen und Möglichkeiten aufzeigen wie ein "individueller Sanierungsfahrplan" umgesetzt werden kann.


Der "Individuelle Sanierungsfahrplan" (iSFP) wird seit dem 1. Juli 2017 als Bafa-Vor-Ort-Beratung gefördert.


Der neue "individuelle Sanierungsfahrplan" (iSFP) soll helfen, vielen Eigentümer die ihre Wohnhäuser z.B. Schritt für Schritt sanieren wollen, auch über viele Jahre hinweg, zu unterstützen.
Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) hat zusammen mit dem Institut für Energie- und Umweltforschung und dem Passivhaus Institut im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie den Sanierungsfahrplan entwickelt: Der iSFP soll ...

  • die Ergebnisse einer Energieberatung anschaulich darstellen,
  • Hauseigentümern einen verständlichen Überblick geben über die individuellen Maßnahmen einer Schritt-für-Schritt- bzw. der Gesamt-Sanierung in einem Zug und
  • im Rahmen der Vor-Ort-Beratung ab dem 1. Juli 2017 vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) als Ergebnis einer Energieberatung anerkannt und gefördert werden.

Das BAFA zahlt bis zu 60% der förderfähigen Beratungskosten, maximal jedoch 800 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie 1.100 Euro für Wohngebäude mit drei und mehr Wohneinheiten. Für Wohnungseigentümergemeinschaften gibt es zusätzlich einen einmaligen Zuschuss von bis zu 500 Euro, sofern der Energieberatungsbericht in Wohnungseigentümerversammlungen erläutert wird.

Grafik: iSFP

 

Energetische Bewertung des Ist-Zustands

Die Ermittlung der energetischen Kennwerte des Gebäudes erfolgt entsprechend den Berechnungsmethoden und den Standardparametern gemäß DIN 4108 Teil 6 in Verbindung mit der DIN 4701 Teil 10, der DIN V 18599, der EnEV und den technischen FAQ der KfW.

Die energetische Bewertung des Gebäudes im Istzustand soll Ihnen einen Gesamteindruck über den energetischen Zustand vermitteln. Sie gibt aber auch gezielte Hinweise auf einzelne verbesserungswürdige Komponenten und sensibilisiert Sie für die Bedeutung der Qualität der Sanierungsmaßnahmen.
Die Berechnung der Kosten hingegen wollen wir realitätsnah veranschlagen, um Ihnen so auch keine falschen Kosteneinsparungen zu suggerieren, weshalb dafür auch verbrauchsorientierte Kennwerte verwendet werden.
Die energetische Bewertung des Gesamtzustands und der einzelnen Komponenten erfolgt auf Basis eines differenzierten Bewertungsschemas mittels Farbklassen. Die Ergebnisse der Bewertung werden als Farbklassen von dunkelgrün bis dunkelrot ausgegeben und im Fahrplandokument zur anschaulichen Darstellung von Verbesserungsmaßnahmen verwendet. Dunkelgrün entspricht dem höchsten Effizienzniveau, dunkelrot dem niedrigsten.

Bestmöglich-Prinzip

Jedes Gebäude ist ein Unikat. Es ist daher nicht möglich, ein allgemeingültiges Ziel für Gebäude zu formulieren, das den jeweiligen Besonderheiten gerecht wird. Damit insgesamt jedoch ein zukunftsweisender Energiestandard erreicht wird, sollten die Maßnahmenempfehlungen dem Bestmöglich-Prinzip folgen. Es besagt, dass wir als Energieberater angehalten sind Maßnahmenempfehlung den für das Gebäude bestmöglichen Energiestandard zu wählen. Gemeint ist, dass so weit wie möglich alle in Betracht kommenden Faktoren zur Senkung des Primärenergiebedarfs ausgeschöpft werden sollten.

Das Bestmöglich-Prinzip ist erforderlich, damit heute sanierte Bauteile mittelfristig nicht schon wieder ausgetauscht oder nachsaniert werden müssen.

Die Empfehlungen sollten möglichst zu einer energetischen Bewertung der Komponente führen, die der besten, dunkelgrünen Farbklasse entspricht. Bezogen auf die Heizungstechnik bedeutet das Bestmöglich-Prinzip, dass der Anteil klimaschonender Wärmesysteme, insbesondere erneuerbarer Energieträger, deutlich zu steigern ist. Wenn dies aus wichtigen Gründen nicht möglich ist, kann der Standard so weit wie unbedingt erforderlich abgesenkt werden, ist aber zwingend im Beratungsdokument sachlich zu erläutern.