AKTUELLES 2012


  1. 2012-05-01 Themengruppe: Politik & Energieversorger

Energiewende Rückwärts


Deutschland will die Energiewende, - ...doch nicht alle. Die großen Energieversorger demontieren zum Teil mit politischer Unterstützung den Zugang zum freien Strommarkt gegen Bürger und Bürgervereinigungen, die in die Energiewende investieren wollen.

Berlin - Die erneuerbaren Energien sind erfolgreich in Deutschland. Anscheinend für manche zu erfolgreich.

Haus mit Solaranlage am Dach und Windrad im Garten

In der Mittagszeit verdienten die großen Stromkonzerne ihr Geld. Nun vermasselt das Sonnenstromangebot das Geschäft. Mit Folgen: Der Vorrang von Öko-Strom wird mit der Novellierung des Energieeinspeisegesetzes (EEG) 2012 teilweise abgeschafft.

Die Energiewende wird zum Desaster. Solange die für die Umsetzung beauftragt werden, die sie verhindern wollen. Wo kein Wille, da kein Weg!

Denn eines wird jetzt schon deutlich, die Energiewende ist jetzt schon für undurchführbar erklärt worden, obwohl sie gerade erst begonnen hat.
- Aber wie werden wir dafür bezahlen, wenn dieser dringend notwendige Wandel nicht vollzogen wird?


KOMMENTAR von Norbert Frinzel
Thema: Sorge um die Energiewende - Energie im Überfluss und der Strompreis steigt

 

Studien mehrerer Forschungseinrichtungen kommen zu dem Ergebnis, dass Strom aus Erneuerbaren Energien bald billiger sein wird, als Energie aus Atomkraft, Steinkohle und Erdgas. Zumal die Nutzung der Atomkraft schon jetzt wesentlich teurer wäre, wenn die Endlagerung des Atommülls dem Strompreis angerechnet werden würde, was bisher der Steuerzahler trägt.

Den Ergebnissen von Studien zur Folge wird Strom aus erneuerbaren Energien 2030 nur noch 7,6 Cent je Kilowattstunde kosten. Strom aus Steinkohle und Erdgas wird dann vermutlich auf 9,4 Cent je Kilowattstunde steigen.
Dies erfordert jedoch den Ausbau der Stromnetze, sowie die Möglichkeit der Stromspeicherung, die notwendig ist, um die "unregelmäßige" regenerative Stromerzeugung zu gewährleisten.

Obwohl der notwendige Ausbau den Netzbetreibern schon seit Jahren bekannt ist, wurde trotz hoher Gewinne so gut wie nichts in Richtung intelligenter Netze investiert. Nun soll der Steuerzahler einspringen. – Der dafür aber schon seit geraumer Zeit für den Netzausbau mit seinem Stromabschlag bezahlt.
Obwohl der Ausbau der Stromtrassen von Nord nach Süd derzeit noch umstritten ist, hätte man zumindest der dezentralen Stromerzeugung die Möglichkeit einräumen müssen, die erzeugte Windenergie einspeisen zu können.

So wird weiterhin versucht den Ausbau des Stromnetzes zu verhindern, um der Photovoltaik und der Windkraft das Einspeisen zu erschweren. Denn schnell sind die Netze bei Sonnenschein und Wind überlastet und ganze Windanlagen müssen abgeschaltet werden. Laut dena-Chef Kohler konnte allein im Jahre 2011 der Rohstoff Wind von ca. 120 Gigawatt nicht eingespeist werden und gingen verloren. Diese ungenutzte Energie, entspricht ungefähr das von etwa 10 großen Kohlekraftwerken. So dena-Chef Kohler weiter: "Es ist ein volkswirtschaftlicher Unsinn!".

Zudem ist eine energiepolitische und volkswirtschaftliche Fehlentscheidung, indem man Unternehmen mit der Umsetzung der Energiewende beauftragt, die sie eigentlich verhindern wollen.

Recherchen des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) zufolge sind in den letzten 5 Jahren lediglich 80 Kilometer neue Stromtrassen von den Netzbetreibern gelegt worden. Obwohl die drei großen Energieversorger im Jahr 2009 zusammen einen Gewinn von 23 Milliarden Euro verbuchen konnten. - So viel hat die gesamte Förderung der Photovoltaikbranche in den letzten 12 Jahren nicht gekostet! -
Und das alles scheint System zu haben, um eigens erzeugten Strom durch Atom- und Kohlekraft weiter verkaufen zu können.
Der im Überfluß und an dieser Stelle sauber erzeugte Strom aus erneuebaren Energien wäre eigentlich viel zu schade um in abzuschalten. - So wird weiter Kohle abgebaut und unnötig CO2 mit den Kohlekraftwerken in die Atmosphäre geblasen. - Und die Bundesregierung schaut dabei tatenlos zu.

Trotz dieser ungenutzten Reserven setzt Schwarz-Gelb weiter auf eine Offshore-Windparklösung im Norden Deutschlands. Diese Off-Shore-Windparks, die aufgrund hoher Investitionskosten ausschließlich von großen Energieunternehmen u.a. von Siemens betrieben werden, haben sich schon im Vorfeld als die teuerste Möglichkeit der Windenergierzeugung herausgestellt. Im Gegenzug sollen dafür höhere Einspeisevergütungen im Energieeinspeisegesetz (EEG) vorgesehen werden. Trotz des hohen Windaufkommens sieht selbst der Windkraft-Weltmarktführer Enercon wenig Zukunft in dieser Entwicklung.

Obwohl die Photovoltaik gerade dabei war sich selbst zu tragen, sieht die Bundesregierung die Technik für zu unrentabel an und macht mit der Novellierung des Energieeinspeisegesetzes (EEG) einen ganzen Industriezweig platt. Zudem können deutsche Hersteller mit den Modulpreisen aus China nicht mehr konkurrieren, da diese von der chinesischen Regierung mit hohen Subventionen gestützt werden, was den Wettbewerb verzerrt.

Eine gewollte Energiewende sieht anders aus. Die großen Energieversorger demontieren mit politischer Unterstützung den Zugang zum freien Strommarkt gegen Bürger und Bürgervereinigungen, die in die Energiewende investieren wollen.